Die Rasierseife

Was macht eine Seife zu einer Rasierseife?

Mittlerweile ist ein früher selbstverständliches Rasurzubehör nahezu vom Markt verschwunden oder sagen wir lieber verdrängt worden. Der Mann von heute wird zum Konsum von diversen Dosenpräparaten und neuerdings auch Gels „genötigt“. Durch geschickte Vermarktungsstrategien sind fast nur noch solche Produkte in den Supermarktregalen zu finden. Um eine gute Rasierseife zu bekommen, muss man schon genauer suchen. Aber halten Dosenschaum und Rasiergel einem Vergleich mit einer Rasierseife stand?

Dazu muss man erst einmal wissen, was eine Seife zu einer Rasierseife macht.

Grundsätzlich ist jede alkalische Seife, mehr oder weniger, zur Vorbereitung der Nassrasur geeignet.

Da ist schon der erste Punkt; eine Rasierseife sollte alkalisch und nicht ph-neutral oder gar leicht sauer sein. Die natürliche Talgschicht, die das Haar umgibt muss nämlich entfernt werden, um dessen Aufweichen durch, optimaler Weise, lauwarmes Wassers zu ermöglichen.

Das Haar benötigt etwa drei Minuten um rasierfähig zu sein. Das bedeutet, dass die Feuchtigkeit auch mindestens so lange dort gehalten werden muss. Dies erreicht man durch einen standfesten, zähen, feinen und zudem Feuchtigkeit konservierenden Schaum, was schon die wesentlichen Eigenschaften einer Rasierseife sind.

Natürlich kann man dem Ganzen auch Inhaltsstoffe beimischen, die die Haut pflegen, nachfetten und beruhigen oder einfach nur duften.

Das allerdings sind Eigenschaften, die individuell empfunden und entdeckt werden müssen.

"Eine gute Rasierseife ist ausschlaggebend für ein gutes Rasierergebnis."

Das ist oft zu lesen, aber was muss denn eine Rasierseife alles können, um eine gute Rasierseife zu werden, oder fragen wir an dieser Stelle doch einfach mal:

Was macht eine gute Rasierseife aus?

Wie wir nun schon wissen, muss sie, möglichst einfach, einen standfesten, zähen, feinen und Feuchtigkeit konservierenden, sagen wir einfach sahnigen, Schaum entwickeln, um das Haar aufweichen zu können. Ein vergleichsweise hoher Glyceringehalt ist für das Aufweichen ebenfalls förderlich.

Durch den sahnigen, lauwarmen Schaum weicht das Barthaar nicht nur, sondern Haut und Haar quellen und das Barthaar richtet sich so zusätzlich noch auf und kann dadurch entsprechend gründlich entfernt werden.

Eine gute Rasierseife wirkt wie ein Gleitfilm auf der Haut und bewirkt so, dass die Klinge, gleich welche, nicht bremst oder stockt. Sie verhindert also auch, dass die Haut unnötig gereizt wird.

Kommen wir nun zu einem Thema, dass sicherlich eines der Interessantesten ist; die Pflegewirkung der Seife.

Unsere Haut ist heutzutage vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt, die sie strapazieren.

Die Nassrasur bedeutet, auf falsche Weise ausgeführt, auch Stress für die Haut.

Kennt Mann aber seine Haut, so kann er durch die Wahl einer, für ihn, optimalen Rasierseife, seiner Haut viel Pflege angedeihen lassen.

Nur, was bewirken denn die verschiedenen Inhaltstoffe?

Hier nun einige geeigneten Basisöle für eine gute Rasierseife.*

Olivenöl: wird schon seit Jahrhunderten wegen seiner heilenden, entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt. Es eignet sich auch gut für Kräuterauszüge (z.B. Ringelblume, Kamille, Johanniskraut). Olivenöl ergibt besonders milde Seifen mit kleinporigem, dichtem Schaum.

Palmöl: ergibt eine milde Seife mit fester, glatter Konsistenz, dafür sorgt unter anderem der hohe Anteil gesättigter Fettsäuren. In entsprechender Menge verwendet, sorgt es dafür, dass die Seife rascher andickt. Die orange Farbe kommt in der Seife schön durch, das in unraffiniertem Palmöl reichlich enthaltene Beta-Karotin ist für die Haut sehr gut.

Kokosöl: wird aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss gewonnen, die ca. 70 % Fett enthält. Es ist weiß und bei Zimmertemperatur fest, bei ca. 30° C beginnt es zu schmelzen. Den Seifen verleiht es Festigkeit sowie üppigen, großporigen Schaum, der allerdings nicht allzu stabil ist. Seife mit einem hohen Kokosnussanteil schäumt auch im Salzwasser, doch ein Zuviel kann bedingt durch die starke Entfettung (=Reinigungswirkung) die Haut austrocknen - bis zu einem gewissen Grad kann das durch geschickte Kombination der anderen Öle ausgeglichen werden (Sonnenblume, Distel- u. Traubenkernöl wirken dem z.B. entgegen).

Rizinusöl: hydrophiles, hautpflegendes Öl, unterstützt die schaumbildenden Eigenschaften der anderen Öle. Rizinusöl gibt weiche Seife und soll daher mit festen Pflanzenfetten kombiniert werden. Besonders wichtig ist es für Rasierseifen und Shampooseife – bei letzterer kann der Anteil ruhig vergleichsweise höher sein.

Mandelöl: Ein wunderbares Öl für die Haut, es wird schon seit dem Altertum für die Schönheitspflege verwendet. Sehr gut auch für Haut- oder Badeöle geeignet, es wirkt reizlindernd, pflegend und schützend und ist besonders für trockne Haut geeignet, die zu Rissen, Ekzemen und Schuppen neigt. Vorsicht bei bekannten Nussallergien. Zum Rückfetten der Seife oder in etwas größeren Mengen für luxuriösere Seifenstücke.  

Avocadoöl: Ein grünes, vitaminreiches (A, B, D, E) Öl das aus dem Fruchtfleisch der Avocadofrucht gewonnen wird. Das Unverseifbare enthält eine beachtliche Menge an Phytosterinen die u. a. für eine gute Aufnahme des Öls durch die Haut sorgen. Kombiniert mit Olivenöl gibt Avocadoöl eine besonders feine Seife, die gerne auch für Babys verwendet wird. Avocadoöl wird von der Haut sehr schnell und gut absorbiert, es ist ein effizientes Trägeröl und durch den weichmachenden Effekt eine ideale Wahl zum Überfetten von Seifen. Avocadoöl gibt einen feinen, cremigen Schaum.

Pflegezusätze und deren Wirkung:*

Aloe Vera: hautglättend, zellanregend, feuchtigkeitspendend.

Honig: guter Feuchtigkeitsspender, erhöht das Schaumvolumen der Seife.

Kamille: entzündungshemmend, wundheilend.

Ringelblume: Ringelblumenöl zum Überfetten: entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und wundheilend.

Pfefferminzöl: Ein energetisierendes Öl, dessen antibakterielle und antiinfektiöse Eigenschaften für die Seifenherstellung besonders interessant sind. Kühlt und erfrischt.

Dies ist nur ein Auszug einiger Stoffe, die zur Hautpflege verwendet werden. Selbstverständlich ist die richtige Kombination der Inhaltstoffe ausschlaggebend für die optimale Pflege. Einige Rasierseifen sind so stark nachfettend und pflegen so gut, dass sie, ganz dünn aufgetragen, nach der Rasur eine Feuchtigkeitscreme ersetzen können.

Die Duftnote ist eine sehr individuelle Sache, wobei sie nicht relevant ist, wenn ein Aftershave verwendet wird.

Betrachtet man sich nun die Eigenschaften, die eine gute Rasierseife mitbringen kann, so denke ich braucht sie den Vergleich mit einem „modernen“ Produkt nicht zu scheuen.

Nach langem probieren hat man nun die richtige Rasierseife gefunden.


Wie aber schlägt man einen guten Schaum?

Im Grunde genommen, ist das nur eine Frage der richtigen Utensilien.

Letztlich braucht man eine geeignete Seife, eine Schale oder sonstigen Behälter, der genügend Raum bietet, etwas lauwarmes Wasser und einen guten Rasierpinsel.

Der Rasierpinsel sollte nicht aus Borsten oder Synthetikfaser bestehen. Für einen guten Schaum wird ein Dachshaarpinsel benötigt.

Die Rasierseife wird in die Schale gedrückt und so fixiert, damit sie beim Aufschlagen des Schaums nicht entgleitet. Nun wird der Pinsel mit warmem Wasser abgewaschen und man gibt etwas Wasser in die Schale zu der Seife, die Menge ist von der Art der Seife abhängig und beruht auf Erfahrung. Durch kreisende Bewegungen wird jetzt der Schaum geschlagen und zwar so lange, bis er die Konsistenz von Sahne hat.

Es gibt keine weiteren Geheimnisse dabei, lediglich Übung macht es aus.

Jetzt haben wir den idealen Rasierschaum, der die Haare optimal vorbereiten und die Haut pflegen kann.

Eine scharfe Klinge, ein guter Dachshaarpinsel und ein erfrischendes Aftershave machen die Rasur zur Wellness.




* Informationen http://www.naturseife.com entnommen. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle.